Bisher sprachen wir in Zusammenhanng mit Chipsätzen von 'Bridges' (Brücken). Dieser Ausdruck bezieht sich auf die beiden Controller aus denen ein Chipsatz für gewöhnlich besteht. Intel ersetzte diesen Ausdruck durch 'Hub' (etwa: 'Netzknoten')
Das neue an dieser Hub-Architektur ist, dass die beiden Controller nicht über den PCI-Bus verbunden sind. Statt dessen sind sie über einen neuen Hochgeschwindigkeitsbus verbunden, den sie nicht mit anderen Komponenten teilen müssen. Dieser hat die doppelte Bandbreite des PCI-Bus. Diese Architektur hat auch der Punkt-zu-Punkt-Kanal ('point to point channel') des K7 Athlon
Der Bus arbeitet mit 133 MHz im 2fach Modus. Bei 64 Bit Breite bedeutet dies eine Bandbreite von 266 MB/s (2 mal 133.000.000 mal 64 Bit)

Der 82810 Grafik Speicher Controller Hub (GMCH) ist eineMCH "Nordbrücke" mit einem Grafikcontroller und Direct AGP - ein integrierter AGP bei dem der Grafikcontroller direkt mit dem System-RAM verbunden ist und der mit 100 MHz läft.
Der 82810 Chip besitzt Filter um DVD-Videos in besserer Qualität abspielen zu können, sowie einen digitalen Video-Ausgang für digitale Flachbildschirme. Der Grafik-Controller ist eine verbesserte Version von Intels 752. Optional kann man den Chipsatz mit einem 4 MB grossen Speicher aufrüsten, der für "Z-Buffering" benutzt wird. Das beschleunigt die Darstellung bei 3d - Anwendungen.
"Dynamic Video Memory Technology (D.V.M.T.)" ist eine Technologie, die bei billigen PCs durch effiziente Speicherverwaltung für Leistung sorgt. Auch "Direct AGP" findet hier Verwendung. Es ist eine neue Version von SMBA (Shared Memory Buffer Architecture) die bereits in früheren als den VX-Chipsätzen benutzt wurde. Im 810 Chipsatz werden 11 MB des RAM vom 3d-Controller als Bild- und Befehlsspeicher, sowie als Z-Buffer missbraucht.
Diese "Südbrücke" hat eine direkte Verbindung (accelerated hub) zu Grafik-Controller, Speicher, AC97 (Audio-Codec) Controller, zu den IDE-Controllern, den USB-Ports und zum PCI-Bus. Durch den schnelleren Datenfluss zwischen diesen Komponenten wird die Leistung erhöht.
Der 82802 Firmware Hub (FWH) hält System-BIOS und Video-BIOS in einem 4 MBit grossen EPROM. Ausserdem enthält der 82802 einen Zufallszahlengener ator, der vielleicht bald für bessere Verschlüsselung bei Transaktionen und digitalen Unterschriften im Internet sorgen könnte.
Der integrierte Audio-Codec 97-Controller simuliert Soundkarte und Modem. Dabei wird die CPU benutzt um die Software für Soundkarte oder Modem zu starten. Die CPU wird durch die Mehrarbeit, als Modem und Soundkarte zu fungieren, belastet, aber man braucht keine Soundkarte und kein Modem. Das ist praktisch wenn man Soundkarte oder Modem nur gelegentlich braucht.
Der 82810 Controller repräsentiert eine neue Generation billiger Chipsätze. Interessant dabei:
Die Integration eines starken Grafik-Beschleunigers. Der RAMDAC hat 230 MHz. 2d-Beschleunigung bei 1280 x 1024 Pixeln Auf lösung mit 24 Bit Farbtiefe und 85 Hertz Bildwiederholrate. Der Grafik-Beschleuniger bietet 3d-Beschleunigung sowohl mit DirextX- als auch OpenGL-Unterstützung. Software-basierte Soundkarte und Modem. Setzt sich das durch und was sind die Konsequenzen ? Kein ISA-Bus mehr. Das ist gut. Hoffentlich gibt es bald mehr USB-Geräte und billige kleine elegante PCs, die die integrierte Hardware voll nutzen und nur über den praktischen USB mit externen Geräten verbunden sind. 100 MHz Systembustakt. Der 810 Chipsatz wurde für Intel Celeron Prozessoren ausgelegt. Aber bisher arbeiten diese Prozessoren nur mit 66 MHz Systembustakt. Warum unterstützt der Chipsatz also 100 MHz ? Der Grund (meiner Meinung nach): Intel plant, den Pentium II und III zu Sockel 370-Prozessoren zu machen und an ihrer Stelle Celerons mit 100 MHz System bustakt einzusetzen. Das sind gute Aussichten.