Die Funktion des BIOS.
BIOS steht für "Basic Input / Output
System" und ist eigentlich nichts anderes als ein kleines Programm mit
große Aufgabe.
Es
enthält die fundamentalen Befehlsroutinen der gesamten Systemumgebung, alle
Hardwarekomponenten müssen darüber angesprochen werden. Dieses heute zumeist
auf einem kleinen Flash-Rom abgelegte Mini-Programm wird beim Start des Rechners
als erstes abgearbeitet, bzw. die mit ihm gemachten Setup-Einstellungen werden
aus dem CMOS ausgelesen.
Auf
dieses grundlegenden Ein- und Ausgabenroutinen setzen die verschiedenen Betriebssysteme
und Programme auf, wobei DOS dieses noch sehr stark tat.
Die
moderneren Betriebssysteme nutzen die BIOS-Routinen primär zum Booten, dann
setzen sie eigene Multitasking- und geschwindigkeitsoptimierte Treiber ein (heute:
32-Bit, morgen: ?). Diese Treiber kommunizieren dann direkt mit der Systemhardware.
Das
BIOS hat seit Einführung des PCI-BUS bzw. Vesa Local Bus und Plug-and-Play-Komponenten
auch noch die Aufgabe der korrekten Erkennung und Initialisierung der verschiedenen
Hardware. Dabei muß es die Ressourcenverwaltung der einzelnen Komponenten auch
noch unter einen Hut bringen, daß aber leider nicht immer zur vollsten Zufriedenheit
der User, da gerade Windows da auch kräftig mit hineinpfuschen will.
Die
zur Ressourcenverwaltung benötigten Konfigurationsinformationen speichert dasBIOS
im 4 KB großen ESCD-Bereich, dem Extended System Configuration Data-Bereich
des Flash-ROMs. Dieser Umstand erklärt auch den heutigen Eisatz der wiederbeschreibbaren
Flash-Rom-Bausteine gegenüber den früher üblichen EPROMs, die nur einmal beschreibbar
waren.
Die
Speicherung dieser komplexen Konfigurationsinformationen würden die früher zur
Verfügung stehenden "Uhrenchips" mit 128 Byte Kapazität schlichtweg
überfordern.
Heutige
Flash-ROMs besitzen eine Kapazität von 1 MB, immer häufiger auch schon 2 MB.
Trotz dieses gewaltig scheinenden Kapazitätsanstieges der letzten Jahre wird
aktuelle BIOS-Software aus Platzmangel teilweise komprimiert, denn mit Anwachsen
des Funktionsumfangs reicht auch diese Kapazität schon öfters nicht mehr aus.
Die deswegen beim Booten notwendig werdende Dekomprimierung macht das Shadowing
(Spiegeln) des BIOS in den Hauptspeicher unumgänglich.
Über das BIOS-Setup läßt sich der Chipsatz
des Motherboards konfigurieren und als "Lader" im Complementary Metal
Oxide Semiconductor ablegen, von wo es dann bei jedem Start aufgerufen wird.
Dieser
Chipsatz besteht aus Support-Chips (Unterstützungsbausteine), die spezialisiert
sind auf immer wiederkehrende Aufgaben. Denn die CPU (Prozessor) ist nicht in
der Lage, direkt mit anderen Hardwarekomponenten zu kommunizieren.
Dieses
erledigt der Chipsatz, wobei er die CPU auch von zeitraubenden Routinen entlastet.
Für
jede Prozessorfamilie wird der Chipsatz "maßgeschneidert", was aber
nicht bedeutet, daß diese "Konfektionsware" nicht weiter entwickelt
wird.
So
hat der auch im Chipsatz führende Hersteller INTEL für die "Pentium-Familie"
mit dem Triton-Chipsatz FX begonnen. Kurz nach Markteinführung folgten dann
schon der Triton-II mit VX- und HX-Chipsatz und endete praktisch beim BX-Chipsatz.
Jeder dieser Chipsätze erfüllte seinen Zweck, dem Prozessor die Nutzung der
vorhandenen Hardware zu ermöglichen. Aber auch jedesmal kamen zusätzliche Funktionen
und Unterstützung anderer Komponenten hinzu, manchmal war diese auch eher eine
Spezialisierung auf einen bestimmten Verwendungszweck des Systems, z.B. Multimedia.
Jeder
Chipsatz hat also seine Vor- und Nachteile, gemessen am hochspeziellen Verwendungszweck.
Der
Aufbau dieser einzelnen Support-Chips gliedert sich in zwei Hauptgruppen, die
sehr anschaulich als zwei "Brücken zur Hardware" dargestellt werden:
die
sehr schnelle Northbridge und die etwas langsamere Southbridge.
Die
Northbridge umfaßt die Komponenten, die für den schnellen Datenaustausch zuständig
sind. Diese Komponenten sind: Memory-Controller, er organisiert den Zugriff
auf den Arbeitsspeicher.
PCI-Bridge,
sie bildet die Verbindung zum PCI-Bus.
Second-Level-Cache-Controller,
der die Pufferung der Daten und Befehle vom sehr schnellen L1-Cache des Prozessors
auf den mit Bustakt betriebenen Hauptspeicher RAM regelt.
Beim
Pentium II ist dieser Controller bereits in die CPU integriert.
Beim
LX- und BX-Chipsatz für Pentium II ist neu der AGP-Controller hinzugekommen,
der den schnelleren Datenaustausch über den AGP-Bus für AGP Grafikkarten steuert.
Die Southbridge umfaßt die Komponenten,
die den Ablauf im System steuern.
Interrupt-Controller,
der die Unterbrechungsanforderungen der Hardware an die CPU regelt. Er meldet
der CPU, wenn Daten von anderen Komponenten anstehen.
DMA-Controller,
der die Daten der Peripherie direkt ohne Umweg über den Prozessor in den Arbeitsspeicher
leitet. Über diese DMA-Kanäle wird der Prozessor entlastet, da er von den zeitaufwendigen
Datentransfers befreit wird.
CMOS-RAM,
wo die BIOS-Einstellungen gespeichert sind und somit die Regelung des Chipsatzes
nicht über ein langsames EPROM laufen muß.
Floppy-Interface,
das für die Ansteuerung der Diskettenlaufwerke zuständig ist.
IDE-Controller,
der meistens zweifach vorhanden ist und Festplatten und andere IDE-Komponenten
wie ATAPI-CD-ROM-Laufwerke ansteuert und regelt.
USB-Controller,
der auf den neueren Boards die Ansteuerung der USB-Schnittstellen übernimmt.
Auch wenn sich USB-Peripherie erst sehr langsam und heute noch selten zu etablieren
versucht.
Das
Zusammenspiel all dieser Komponenten wird in diesem doch schon sehr ehrwürdigen,
weil noch aus den PC-Kindertagen stammenden, BIOS geregelt und festgelegt, wo
aber der Anwender durchaus positiv wie auch verheerend eingreifen kann.
Hier
kann durch ein richtig durchgeführtes Update neuer Hardware eine Einbindung
ermöglicht werden.
Hier
kann aber ein Rechner auch total "verhunzt" oder sogar "getötet"
werden.